Nachbericht

European Senior Championships

Ali Bey Club Manavgat

Europas Elite in Antalya

Im Juni trafen sich die Spitzenkräfte im Seniorentennis zum Wettstreit um die Europameistertitel. Das ITF-Turnier hat eine hohe Punktewertigkeit, im Club Ali Bey Manavgat herrschte dennoch eine entspannte Atmosphäre zwischen Urlaubsfeeling und Familientreffen.

„Dieses Turnier hat zwei große Vorzüge“, stellte Gerhard „Didi“ Fahlke, EM-Favorit bei den Herren 40, gleich nach seiner Ankunft auf der Tennisanlage im Club Ali Bey fest: „die gute Organisation und die Chance, bei den Spielen der anderen zuzuschauen.“ Während anderswo oft nur einige Jahrgangskonkurrenzen ausgetragen werden und das auch noch an verschiedenen Orten, bietet die große Tennisanlage in Manavgat mit seiner ausgezeichneten Tennisinfrastruktur die Möglichkeit, Turniere für A- und B-Senioren gleichzeitig an diesem Ort auszutragen. Denn der Club Ali Bey ist mit 69 Tennisplätzen das größte Tenniscamp der Welt.

Vom 11. – 15. Juni 2018 trafen sich hier die Top-Seniorenspieler zu den European Senior Championships. In den Herrenkonkurrenzen von MS 40 - MS 80, in den Damenkonkurrenzen von MS 35 bis MS 70, sowie in Doppel- und Mixedkonkurrenzen wurde um den Titel des Europameisters gekämpft. Insgesamt gingen Spieler und Spielerinnen aus 23 Nationen an den Start: Deutschland, Türkei, Rumänien und Russland stellten die größten Kontingente, aber auch Teilnehmer aus Litauen, Malta, Norwegen und Israel waren dabei. Nadja Koran, Repräsentantin von Tennis Europe, hieß alle Teilnehmer bei der Welcome Party herzlich willkommen, Sergej Blumenstein, Turnierdirektor vom Veranstalter Patricio Travel, zeigte sich erfreut darüber, dass die Türkei als Austragungsort für Österreich eingesprungen war.

Europameisterschaften im Juni in Antalya sind ungewöhnlich und sicherlich einmalig. Ursprünglich war das Turnier nach Österreich vergeben worden, doch nachdem man sich finanziell nicht einigen konnte, sprangen Patricio Travel und der Club Ali Bey Manavgat ein. Aufgrund des Juni-Termins war es in Antalya natürlich heißer als bei den ersten Europameisterschaften vor zwei Jahren. Aber die Turnierleitung setzte die Matches möglichst morgens um 8:00 und 10:00 Uhr bzw. nachmittags ab 16:30 Uhr an. Nach einer kurzen, aber knackigen Eröffnungsshow begannen am ersten Turniertag nachmittags die ersten Spiele, bei denen sich noch die Favoriten durchsetzen konnten.

Das änderte sich am nächsten Tag: Christine Kraupa schlug die an Nummer 1 gesetzte, allerdings angeschlagene Sumitra Sam Fox 6:0, 6:0. Mit lockerem Spiel gewann die Nürnbergerin auch in den folgenden Partien und am Ende souverän den Titel bei den Damen WS35. Auch der an Nr. 1 gesetzte Bernd R. Gutsche verlor bei den Herren MS75 gleich sein Auftaktmatch gegen den Ungarn Levente Balkonyi 1:6, 1:6. Im Round-Robin-Format war diese Begegnung quasi das Endspiel, denn beide Spieler gewannen die drei weiteren Begegnungen ohne Probleme.

Einige Favoriten marschierten allerdings auch durch das Turniertableau: Didi Fahlke, der in Hamburg eine Tennisschule betreibt und der am Vortag mit Sportkind-Macher Alexander Windisch auf einem Nebenplatz trainiert und Gegner und Plätze analysiert hatte, gewann sein Auftaktmatch bei den Herren MS40 und auch die weiteren, wobei er erst im Finale gegen Aleksandr Mitiaev beim 3:6, 6:1, 6:2 einen Satz abgeben musste. Windisch spielte sich bei den Herren MS50 nach Freirunde und walkover ebenfalls ins Finale und siegte gegen seinen Landsmann Matthias Müller-Seele 6:4, 6:2. Das längste Match bestritten bei den Damen WS45 Annette Dölker und Hatice Yaveri. Nach knapp vier Stunden hieß es 6:3, 5:7, 7:5 für die Türkin.

Am Mittwoch verlagerte sich das Geschehen am Abend in den schönen Ali Bey Club. Die Gala Night des Turniers fand direkt am Strand statt. Das offene Strandrestaurant war festlich geschmückt, der DJ erwartete die Gäste mit seiner Musikanlage, die es sich zunächst am türkischen Buffet gut gehen ließen und die laue Sommernacht an den gemeinsamen Tischen genießen konnten. Trotz aller Internationalität wurde der familiäre Charakter dieses Events deutlich: Die Spieler und Spielerinnen saßen bis spät in die Nacht zusammen und redeten mit- statt übereinander.

Am Freitag, dem letzten Turniertag, standen die Finals im Doppel und die letzten im Einzel auf dem Programm. Im Doppel standen bei den Herren in den fünf Konkurrenzen viermal Spieler aus Deutschland auf dem Treppchen und nahmen die EM-Trophäe sowie Reisegutscheine des Turnierveranstalters Patricio Travel in Empfang. Im Einzel konnte neben Fahlke und Windisch auch Klaus-Jürgen Klein bei den Herren MS80 den Titel erringen. Bei den Herren MS45 setzte sich erwartungsgemäß der Österreicher Clemens Weinhandl in drei Sätzen durch. Überraschend siegte bei den Herren MS65 Max Asen aus Österreich. Er profitierte dabei von der Verletzung Sepp Baumgartners im Finale. Bei den Damen WS60 spazierte die ehemalige inzwischen bald 69-jährige Fed Cup-Spielerin Heidi Eisterlehner mit vier Siegen durch die Gruppenspiele ebenso wie in der Konkurrenz WS50 Jurate Hardy aus Litauen. Umkämpft war das Doppel bei den Herren MS45: 7:6, 7:6 siegte das rumänische Duo Donescu/Nicolae gegen die Briten King/Selek – allerdings im Halbfinale. Im Finale fertigten die Rumänen das deutsch-finnische Doppel Müller-Frerich/Nissinen glatt mit 6:1, 6:0 ab.

Offen ist bislang noch, wo und wann die kommenden European Championships stattfinden werden. Patricio Travel-Chairman Wolfgang Riedl würde das Turnier gern als Back-To-Back-Turnier mit den Wilson Senior Open im Frühjahr in Manavgat koppeln. Noch läuft die Ausschreibung. „Zwei attraktive ITF-Events an diesem Ort wären für alle Tennisspieler der optimale Saisoneinstieg“, erläutert der Turnier- und Reiseveranstalter aus Passau. In der Tat ginge es dann im nächsten Frühjahr um viele ITF-Punkte – und das in schönster Urlaubsatmosphäre in einem Ferienresort am Meer.

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